Katrin Plötner

Horace (2014), Pierre Corneille
Landestheater Niederösterreich

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Fotos: Robin Weigelt

Dass diese Wahl auf mich und meine Brüder fällt
Zeigt nur, wen Rom für seine besten Krieger hält;
Drei Häuser hätte diese Wahl unsterblich machen können,
Das stolze Rom will diesen Ruhm nur unserem gönnen.
Ich werd es nicht erleben, dass Rom unterliegt,
Vor dem letzten Seufzer bin ich nicht besiegt.



Es spielen: Swintha Gersthofer, Katharina von Harsdorf, Johanna Wolff, Pascal Groß, Othmar Schratt, Tobias Voigt, Jan Walter und Helmut Wiesinger


Bühne: Anneliese Neudecker


Kostüme: Henriette Müller


Musik: Markus Steinkellner


Dramaturgie: Julia Engelmayer

Die Tragödien der französischen Klassik tauchen schon seit Langem nur noch in Ausnahmefällen im Repertoire des deutschsprachigen Theaters auf. Umso bemerkenswerter ist das Wagnis des Landestheaters St. Pölten, zum Saisonschluss Pierre Corneilles Römertragödie "Horace" (1640) in einer Inszenierung der jungen Berliner Regisseurin Katrin Plötner zur Diskussion zu stellen. Das Resultat: Keine Klassikerpflichtübung, kein Abend für schöngeistige Connaisseurs, sondern ein aufregendes, mit Gegenwartsproblemen konfrontierendes Theatererlebnis. […]
Katrin Plötner verzichtet in ihrer auf sparsame Mittel beschränkten, auf einer radikal eingestrichenen und damit das Essenzielle treffenden Inszenierung, basierend auf der Übersetzung von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens, in der Theaterwerkstatt auf plakative Aktualisierung aus Gegenwart und jüngerer Vergangenheit. Die erschreckende Mentalität wird vielmehr durch historisierende Verfremdung - etwa postmoderne Römerkostüme in Weiß und Rot, Beibehaltung der Verssprache - hinterfragt und in ihrer Gegenwärtigkeit aufgedeckt. […]
Nach dem Blackout blieb es im Publikum einige Momente lang still. Umso heftiger setzte danach lang anhaltender Applaus ein. Eigentlich wäre es ein Theaterabend fürs große Haus gewesen. "Nestroy"-verdächtig sollte er aber allemal sein.
Wiener Zeitung